07.10.08

Tarifdschungel verwirrt Verbraucher

Handytarife


Über 50 Prozent der Handynutzer in Deutschland kennen ihre eigenen Tarifkosten nicht. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Marktforschungsinstitutes TNS Infratest, die im Auftrag des Logistik-Dienstleistungsunternehmen D+S europe durchgeführt worden ist. Demnach wissen 60 Prozent der Bundesbürger nicht, welcher Minutenpreis von ihrem Anbieter für das Telefonieren mir ihrem Mobiltelefon in das gleiche Handynetz verrechnet wird. Bei 55 Prozent der Mobilfunknutzer herrscht zudem Unkenntnis über die Preise für Gespräche ins Festnetz. Bereits ausgenommen sind dabei diejenigen, die mit einer Flatrate oder einem Firmenhandy telefonieren, was inzwischen einem Anteil von über 20 Prozent entspricht. 

“Das Dilemma ist offenkundig - nur die Wenigsten finden sich im Tarifdschungel der Mobilfunkanbieter zurecht”, erklärt Markus Frengel, Bereichsvorstand Kundenservice bei D+S europe. “Eine Ursache ist die starke Fokussierung der werblichen Kommunikation auf das Thema ‘Preis’”, ergänzt Frengel. Eine Lösung des Problems sieht der Kundendialog-Experte in der individuellen und passgenauen Ansprache der jeweiligen Zielgruppen, die auch Aspekte wie Nutzertyp, Alter sowie gesellschaftlichen oder sozialen Status miteinbezieht. “Die Anbieter sollten ihre Kommunikation ändern. Angesichts allenthalben steigender Kosten können sie durch gezielte Beratung im privaten Bereich dem Verbraucher helfen, sich wieder besser zurechtzufinden”, meint Frengel. Die Kunden würden sich dann sicherlich mit Anbietertreue bedanken.

“Das Ergebnis unserer Untersuchung ist insofern überraschend, da das Thema ‘Minutenpreise’ von den Anbietern in Deutschland in den Mittelpunkt ihrer Marketing- und Werbekampagnen gestellt wird”, stellt Jens Krüger, Director im Bereich Consumer und Retail bei TNS Infratest, auf Anfrage von pressetext fest. Es würden zwar nahezu jeden Tag neue Tarife beworben, davon würde allerdings nur sehr wenig auch beim Verbraucher ankommen. “Handytarife werden generell sehr stark beworben. Aber gerade weil so viel in diesem Bereich geworben wird, bleibt anscheinend bei den Konsumenten nur wenig hängen”, meint Krüger.

Vor allem einkommensschwächere Haushalte und ältere Nutzer über 50 Jahre finden sich offenbar im Tarifdschungel nicht mehr zurecht. So kennen bei den Einkommensschwächeren 70 Prozent ihre Mobilfunkpreise nicht. Bei den über 60-Jährigen sind es sogar mehr als 80 Prozent. “Dieses Resultat ist insofern besonders interessant, da wir uns gerade bei diesen Bevölkerungsgruppen eigentlich eine größere Sensibilität in punkto Kostenstruktur erwartet haben”, betont Krüger. Während im Fall der einkommensschwächeren Nutzer die Ursachen für das mangelnde Preisbewusstsein vorerst unklar bleiben, sei diese bei den Älteren schon eher nachvollziehbar. “Ältere Menschen sind noch an die Fixpreismodelle von früher gewohnt, für sie ist letztendlich der Endpreis entscheidend”, erläutert Krüger. Darüber hinaus gibt es beim Preisbewusstsein immer noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Im Gegensatz zu den Männern wissen Frauen deutlich seltener über die Kosten und Tarife ihres Mobilfunkanbieters Bescheid.

via pressetext

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