15.03.07

DVB-H soll Standard bei Handy-TV werden

Handy TV


Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hat sich heute, Donnerstag, im Rahmen der CeBIT für DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds) als gemeinsames, europäisches Format für Handy-TV ausgesprochen. Ein einheitlicher Standard sei notwendig, um die Marktchancen im vereinten Europa zu nutzen, so Reding. Mit dem Alternativstandard DMB (Digital Media Broadcasting) konkurriert DVB-H derzeit im Aufbau der für mobiles Fernsehen notwendigen Infrastruktur. “Aus der Industrie bekomme ich immer zwei Sachen zu hören. Erstens: Wir brauchen einen gemeinsamen Standard, um von Größeneffekten profitieren zu können. Zweitens: Wir können uns aber auf keinen gemeinsamen Standard einigen”, wird Reding von Spiegel Online zitiert. “Jemand muss es in die Hand nehmen. Und wenn ich es sein muss, werde ich es tun.”

In Deutschland sendet Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) via DMB. Die Ankündigung der Kommissarin treibt den MFD-Verantwortlichen jedoch keine Sorgenfalten ins Gesicht. “Wir senden derzeit mit DMB, weil bei unserem Start DVB-H noch nicht verfügbar war”, sagt Pressesprecherin Katharina Nebeling im Gespräch mit pressetext. MFD hat sich auch um DVB-H-Lizenzen beworben und rechnet sich dabei gute Chancen aus. “Für uns ist es im Endeffekt gleichgültig, welchen Standard wir verwenden. Wir wollen einfach mobiles Fernsehen senden”, meint Nebeling, die von einer künftigen Koexistenz der beiden Standards ausgeht. DVB-H wird in Großstädten eingesetzt und DMB, um die Flächenversorgung sicherzustellen. DVB-H sei zu teuer, um ganz Deutschland damit abzudecken. “Die Endgeräte werden beide Standards beherrschen und der User wird nicht merken, über welchen er gerade sein TV-Programm empfängt”, so Nebeling.

In Österreich wurde kürzlich der erste Handy-TV-Test gestartet. Die Roadmap sieht vor, Ende des Jahres die Lizenzen auszuschreiben. Als Übertragungsstandard hat man sich bei der Betreiberplattform Mobile TV Austria ganz auf EU-Linie für DVB-H entschieden. “DVB-H hat den Vorteil, dass er technisch umfangreicher ist. Es können mehr Kanäle gesendet werden”, begründet dies Hannes Ametsreiter, Chief Marketing Officer der Mobilkom Austria (pressetext berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=070227040 ). International gesehen kristallisiere sich DVB-H als der bessere Standard heraus, so Ametsreiter.

Als nächstes Großereignis, das mobilem TV einen Schub geben könnte, sieht Reding die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008. “Bis dahin müssen wir Nägel mit Köpfen machen.” Es wird erwartet, dass der Markt für mobiles TV in drei Jahren ein Volumen von zwölf Mrd. Euro erreicht. “Wir haben keine Zeit, abzuwarten”, betont Reding. In einer Umfrage der Kommission hätten sich 17 Länder für DVB-H ausgesprochen, fünf würden auch DMB unterstützen. Einige hätten sich noch nicht geäußert.

Quelle: pressetext

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