15.11.06

Rekordjahr für mobile Musikdownloads

Klingeltöne


Der Boom von Musikdownloads für Mobiltelefone erreicht eine neue Rekordmarke. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)  mitteilt, werden die Umsätze in der EU in diesem Jahr auf 2,11 Mrd. Euro anwachsen. Das bedeute eine Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zu 2005. Bereits im Jahr 2010 sollen die Umsätze rund drei Mrd. Euro betragen. “Bis 2011 erwarten wir auf jeden Fall weitere kontinuierliche Zuwächse”, sagt Stephan Kahl, Pressesprecher Public Sector und Neue Märkte beim BITKOM, im Gespräch mit pressetext.

Allerdings sei anzumerken, dass der europäische Markt sich langsamer entwickle als andere. “In Europa haben wir bereits eine sehr hohe Mobilfunkpenetration und einen starken Wettbewerbsdruck, der zunehmend fallende Preise nach sich zieht. Darum schreitet das Wachstum hier schleppender voran”, erklärt Kahl weiter. Indes verschieben sich auch die Umsatzanteile innerhalb des Marktes. Klingeltöne sind zwar nach wie vor die Spitzenreiter, werden aber langsam von vollständigen Song-Downloads abgelöst. In Deutschland wurden beispielsweise im Zeitraum von Januar bis Oktober rund 2,4 Mio. Lieder direkt auf Handys herunter geladen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es erst 140.000.

“Die verstärkte Hinwendung zu richtigen Songs anstelle von Klingeltönen erklärt sich zum großen Teil aus der Weiterentwicklung der Technik sowie dem voranschreitenden Netzausbau”, meint Kahl gegenüber pressetext. Bei Klingeltönen habe es zunächst einen gewissen Hype gegeben, der nun aber langsam sein Ende finde. “Der Trend geht weg von gestückelten Liedern, hin zu den vollständigen Songs.” Mittlerweile verfügen viele Handys über integrierte Festplatten mit acht Gigabyte Speicher, so dass bis zu 2.000 Songs darauf Platz finden. Zudem gibt es inzwischen teils eigene Tasten für die Funktionen “Play” oder “Pause”, was noch vor kurzem nicht zu finden war. Solche Hightech-Handys machen simplen MP3-Playern zunehmend Konkurrenz.

In Hinblick auf das geeignete Geschäftsmodell zum Vertrieb von mobilen Musikdownloads haben sich zwei Varianten etabliert. “Einerseits gibt es die Angebote einzelner Titel, andererseits auch sehr erfolgreiche Abo-Modelle bzw. Flatrates”, so Kahl. Was sich langfristig durchsetzen wird, bleibe dem Kunden überlassen. Wenig überraschend scheint der Umstand, dass die Nutzung von MP3-fähigen Handys bei der jungen Zielgruppe deutlich höher ist als bei der älteren Generation. In Österreich besitzen derzeit zum Beispiel vier von zehn der jungen Mobilfunkkunden ein derartiges Gerät.

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