19.08.06

Handyzulieferer Balda setzt auf Metall

Handy


Der deutsche Handyzulieferer Balda hat den Einstieg in die Fertigung von Metallkomponenten gemeistert. Der Spezialist für Präzisions-Kunststoffteile wird in Zukunft in einem Joint Venture mit der taiwanesischen Firma AVY Precision Technology Metallstanzteile und Druckgusskomponenten produzieren. Balda hat sich 60 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen gesichert, das mit einem Stammkapital von 100.000 Dollar startet.


“Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen ergänzt Balda seine Kompetenzen auf ideale Art”, sagt Balda-Chef Joachim Gut. Neben den Kunststoffkomponenten sei es nun möglich, auch hochwertige Metallgehäuseteile etwa für den Infocom-Markt anzubieten. Während in der Massenfertigung vor allem auf Kunststoffkomponenten gesetzt wird, verwenden die Handy-Hersteller für Geräte im Premium-Segment zunehmend Bauteile aus Metall. “Der Marktanteil der Metallkomponenten beläuft sich auf zehn bis 15 Prozent”, erklärt Balda-Sprecher Cersten Hellmich gegenüber pressetext.

Dass Balda nun auch Gehäuse für hochpreisige Mobiltelefone anbieten kann, bedeutet aber nicht automatisch höhere Margen für den Zulieferer. “Das ist eine Frage des Projekts. Außerdem sind die Margen abhängig von den produzierten Stückzahlen und dem Aufwand”, so Hellmich. Erste Komponenten aus Metall will Balda ab 2007 auf den Markt bringen. Das Unternehmen erwartet sich aus dem neuen Geschäftsbereich einen Umsatzbeitrag von zehn Mio. Euro. Sollte ein entsprechendes Auftragsvolumen gesichert sein, will Balda in eigene Anlagen investieren. Bis dahin sollen die vorhandenen Produktionskapazitäten von AVY genutzt werden. Im Erfolgsfall ist nach Unternehmensangaben mit einer Investitionssumme in Höhe von insgesamt zehn Mio. Euro verteilt über zwölf bis 18 Monate zu rechnen.

Darüber hinaus hat sich Balda erst kürzlich Zugang zur vielversprechenden Touch-Screen-Technologie verschafft. Dazu ist der Handyzulieferer bei der chinesischen TPK-Holding eingestiegen. Für 2007 erwartet sich Balda nun zusätzliche Umsätze von bis zu 350 Mio. Euro. Im abgelaufenen Quartal hat der Handyspezialist allerdings die eigenen Vorgaben verfehlt und bei Umsatz und Ergebnis teils deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Wachstumshemmer waren nach Unternehmensangaben unerwartet schwache Aufträge eines nicht näher genannten Kunden.

Quelle: Pressetext

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