17.08.06

T-Mobile bringt Homezone-Dienst in die USA

Handytarife


Die US-Tochter des Mobilfunkkonzerns T-Mobile hat einen großen Feldversuch gestartet, das in Deutschland erfolgreiche Produkt T-Mobile@home auf dem US-Markt einzuführen. Dadurch solle dem Festnetz die Stirn geboten werden. T-Mobile@home ermöglicht es den Nutzern, ihr Handy für eine niedrige Flatrate-Gebühr zu Hause zu verwenden. Der erste Feldversuch findet derzeit im US-Bundesstaat Oregon statt, berichtete das US-Wirtschaftsmagazin BusinessWeek.


In Deutschland arbeitet das Service mit einer Standorterkennung über die Mobilfunkzellen. “Die Homezone umfasst dabei ein bis vier Funkzellen, abhängig von der Dichte der Infrastruktur, innerhalb derer der Kunde zu einem vergünstigten Tarif telefonieren kann. Diese Homezone ist bis zu zwei Kilometer groß”, erklärt Ramona Stahl, Pressereferentin bei T-Mobile Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Die US-Kunden müssen sich einen speziellen Router anschaffen, der zuhause aufgestellt die Handytelefonate auffängt und sie zu günstigen Konditionen weiterleitet. Der Kunde ist somit nicht an eine Funkzelle gebunden, innerhalb derer er zum günstigen Preis telefonieren kann, sondern an die Reichweite des Routers. Das Gerät arbeitet jedoch auch als Repeater und soll helfen, die Empfangsqualität im Haus deutlich zu verbessern.

“T-Mobile ist daran interessiert, Festnetz-Gesprächsminuten durch Mobilfunk zu ersetzen”, sagte ein T-Mobile-Sprecher gegenüber dem Magazin. Details zum neuen Angebot wollte er nicht nennen. In Branchenkreisen ist aber bereits von einer Flatrate-Gebühr von fünf Dollar monatlich für Gespräche ins Festnetz die Rede. Während in Europa diese Dienste schon länger angeboten werden, startet T-Mobile in den USA damit als erstes Unternehmen. Sollten die ersten Tests erfolgreich verlaufen, ist eine Ausweitung des Angebots geplant. Damit könnte in den USA, wie schon in einigen europäischen Ländern, das Buhlen der Mobilfunker um die Festnetzkunden beginnen und die Anbieter unter Druck geraten.

Bislang nutzen rund sieben Prozent der US-Amerikaner das Mobiltelefon als einziges Telefon von zu Hause aus. Geht die Strategie von T-Mobile auf und würden andere Anbieter mitziehen, könnte sich diese Zahl nach Meinung von Marktbeobachter auf bis zu 40 Prozent erhöhen. Zwar werden schon rund 30 Prozent der Telefonate mit einem Mobiltelefon von zu Hause aus vorgenommen, jedoch gibt es für diesen Bereich momentan keine günstigen Angebote.

Neben T-Mobile bereiten auch die Mitbewerber AT&T und Cingular gemeinsam ein ähnliches Angebot vor, das voraussichtlich in den kommenden Monaten verfügbar sein wird. Der Dienst Mobile2Home soll monatlich 2,99 Dollar kosten und kostenlose Handy-Gespräche zwischen AT&T-Kunden ermöglichen. (Ende)

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